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25. Oktober 2016

Facebook contra Datenschutz – causa WhatsApp

Als Facebook 2014 den Messenger WhatsApp für unglaubliche 19 Mrd. US-Dollar übernahm, war eigentlich klar, dass man irgendwann versuchen wird, den kostenlosen Dienst WhatsApp in irgendeiner Form zu monetarisieren.

Vor kurzem hat nun WhatsApp die Nutzungsbedingungen geändert. Offensichtlich hoffte Facebook dabei auf den normalen „Ich aktzeptiere alles“- Klick-Automatismus der Nutzer – was in aller Regel auch funktioniert, denn nach wie vor liest kaum einer irgendwelche Nutzungsbedingungen. Meist ist das zugleich auch die Nutzergruppe, die Datenschützer nur als „lästig“ und „übereifrig“ belächelt. Doch gerade in diesem Fall zeigt sich, dass man sich die Bedingungen doch mal genauer ansehen sollte, und weshalb man den oft belächelten Datenschützern auch mal dankbar für ihr Engangement sein kann, uns Nutzer vor dem unkontrollierten Datenhunger diverser Konzerne zu schützen.

Schaut man sich die Nutzungsbedingungen von WhatsApp an, so sollten bei dem folgenden Absatz die Alarmglocken läuten:

Nutzungsbedingungen WhatsApp

Mit Zustimmung der Nutzungsbedingungen erklärt also jeder Nutzer, dass er „autorisiert“ sei, die Telefonnummern seines Adressbuches an Facebook weiterzugeben. Streng genommen verstößt hier jeder Nutzer gegen das Datenschutzgesetz – und macht sich defacto strafbar – denn „autorisiert“ wäre ich als Nutzer nur dann, wenn ich zuvor die Einwilligung jeder Person aus meinem Adressbuch eingeholt hätte.

Wegen der Formulierungen, sowie der Art und Weise, wie Facebook die Zustimmung der Nutzer einholt, hat nun der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar, eine Verwaltungsanordnung erlassen, die den umstrittenen Datentransfer an Facebook untersagt und zudem eine Löschung bereits übermittelter Nutzerdaten vorsieht.

Da selbst Facebook eine deratige Anordnung nicht ignorieren kann, informierte man das Ministerium, ab sofort keine deutschen Rufnummern mehr zu übertragen, stellte aber zugleich einen Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung der Verwaltungsanordnung.

Man kann gespannt sein, wie es weiter geht …

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