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6. Mai 2014

5 Maßnahmen zur Verkürzung von Ladezeiten

Gastbeitrag von Sascha Albrink, Geschäftsführer der sixclicks GmbH

Die Ladezeit einer Internetseite ist nicht nur ein Bewertungsmerkmal für Suchmaschinen, sondern hat nachgewiesener Maßen auch direkte Auswirkungen auf das Verhalten von Besuchern.
Diesem Problem kann man auf unterschiedliche Art und Weise begegnen. Hier wird ein Maßnahmen-Katalog vorgestellt, der das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die ersten 5 Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind:

1. HTTP Anfragen auf ein Minimum reduzieren

Wenn die Anzahl der Dateien, die vom Browser beim Server angefragt wird, hoch ist, dann verlängert sich die Übertragungsdauer und die Ladezeit ist im Keller. Fragt der Browser eine bestimmte Seite an, dann bekommt er vom Server die Information wie viele unterschiedliche Komponenten (CSS-, Javascript-, Bilddateien etc.) benötigt werden, damit die entsprechende Seite vollständig angezeigt werden kann.

Jede dieser Komponenten muss einzeln vom Server bearbeitet werden und in der Zeit, die hierfür benötigt wird, entsteht ein Kommunikationsengpass, der für jede Datei zwar nur sehr klein ist, zusammengenommen aber erheblich sein kann. Dies kann vermieden werden, indem mehrere einzelne Komponenten zu einer Datei zusammengefasst und auf einen Schlag vom Server abfragt werden. Dadurch dass die Kommunikation nun in einer Aktion abläuft, anstatt in vielen kleinen Häppchen, lässt sich die Ladezeit einer Seite erheblich verkürzen.

Eine Möglichkeit die Kommunikationsgeschwindigkeit zwischen Server und Browser zu erhöhen, besteht darin, CSS-Sprites zu erstellen, mit deren Hilfe beispielsweise viele wiederkehrende Graphiken zu einer einzigen Graphik zusammengefasst werden können. Mittels CSS wird der Bereich definiert, indem eine Vielzahl graphischer Elemente, dann innerhalb einer einzigen Datei angezeigt werden sollen.

Die Zeitersparnis, die auf diese Weise erzielt werden kann, ist enorm, bedenkt man, dass eine einzelne HTTP Anfrage ca. 0,03 Sekunden benötigt, um vom Server verarbeitet zu werden. Fasst man nun beispielsweise 60 einzelne graphische Elemente mittels eines CSS-Sprites zu einer einzigen Datei zusammen, so verkürzt man die Ladezeit bereits um 1,77 Sekunden.

Ladezeitverbesserung

2. Browser Caching anwenden

Im Browser Caching wird definiert, welche Dateien für welchen Zeitraum nach dem Download, im Cache des Browser gespeichert werden sollen. Falls Daten bereits auf dem Computer des Nutzers gespeichert sind, so müssen diese nicht erneut beim Server angefragt werden. Auf diese Weise lässt sich die zu herunterladende Datenmenge reduzieren und somit die Ladezeit verkürzen. Für Firefox gibt es beispielsweise das Addon Firebug, mit dem analysiert werden kann, ob eine Caching Funktion aktiviert ist. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann kann dies mit Hilfe einer Htaccess Datei eingestellt werden.

3. Quellcode vor dem Produktivbetrieb aufräumen

Nach der Fertigstellung des Quelltextes einer Internetseite sollten alle Anmerkungen und Zeichen entfernt werden, um Speicherplatz zu sparen. Entwickler verleihen Dokumenten strukturierende Elemente, die das Lesen eines solches Textes erleichtern. Diese Kommentare, Einrückungen, „sprechenden Variablen“ etc. sollten vor dem Launch einer Webseite entfernt werden, da sie für den Browser irrelevant sind und lediglich Ladezeit in Anspruch nehmen.

4. Komponenten komprimieren

Es besteht die Möglichkeit Datensätze, die an den Browser eines Besuchers ausgeliefert werden sollen, bereits auf dem Server zu komprimieren. Diese Komprimierung kann mittels „gzip“ geschehen, um nur ein Beispiel zu nennen, und bleibt so lange bestehen, wie der Datentransfer andauert. Durch den Browser des Besuchers werden die Datensätze dann wieder entpackt. Auf diese Weise lässt sich bis zu 70% des zu übertragenden Datenvolumens einsparen.

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5. Bilder optimal anzeigen

Bilder sollten so klein wie möglich gehalten werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass sie auch in dieser Größe vom Browser angezeigt und nicht automatisch maximiert werden. Viele Bilddateien umfassen große Mengen an Metadaten, wodurch das Datenvolumen dieser Dateien unnötig erhöht wird.

Hier finden Sie ein Tool mit dem Sie die Größe von Bilddateien nachvollziehen und gegebenenfalls anpassen können (chip.de).

Designer versäumen es häufig Bilddateien zu komprimieren, bevor Sie diese ins Netz hochladen. Das kann große Auswirkungen auf den Umfang einer Seite haben. Des Weiteren sollten Bilder immer mit einer Größenordnung versehen sein, damit der Browser die Internetseite bereits aufbauen kann, noch bevor die gesamte Bilddatei geladen worden ist. Geschieht das nicht, kann es dazu kommen, dass die gesamte Seite neu angepasst werden muss und das kostet wiederum viel Ladezeit. Besonders im Bereich des mobilen Internets spielt dieser Aspekt eine besonders wichtige Rolle, nicht nur weil die Information „mal eben schnell“ zur Verfügung stehen soll, sondern auch weil die mobilen Endgeräte über verhältnismäßig kleine Displays verfügen und in den meisten Fällen ein viel kleineres Bild auch schon für kleinere Display ausreicht.

Fazit: Die Ladezeit von Internetseiten ist ein zentrales und extrem wichtiges Thema. Je schneller dem Besucher Informationen zur Verfügung gestellt werden, umso positiver ist dessen Besuchererlebnis auf der Website. Ob Sie diesen zentralen Anspruch Ihrer Besucher erfüllen, können Sie direkt mit den Pagespeed-Insights-Analysen testen. Die vorgestellten Maßnahmen der Pagespeed Insights zur Optimierung der Ladezeiten sind für technikaffine Webmaster leicht verständlich aufgelistet und in der Regel auch in wenigen Tagen umzusetzen. Gehen Sie den ersten Schritt und machen Sie Ihre Website schneller. Für Speed-Freaks gibt es noch weitaus mehr Stellschrauben, die angezogen werden können, um eine optimale Ladezeit für eine Website oder Online-Shop zu erzielen.

 

sascha-albrinkAutor: Sascha Albrink
Sascha Albrink ist Geschäftsführer der sixclicks GmbH. Seit mehr als zehn Jahren berät er Unternehmen in allen Bereichen des Internet Marketing. Er hat sich dem Ziel verschrieben, das Internet schneller zu machen und Nutzern ein besonderes Webseitenerlebnis zu geben. Er ist der Meinung, dass insbesondere mobile Nutzer schon heute in die Lage versetzt werden sollen, schnell an relevante Informationen im Internet zu gelangen.

 

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